Schraballa

Eine musikalische Zeitreise vom Okzident zum Orient

Der Esel mit dem Dudelsack
Esel Grabplatte
Das Motiv für unser Logo stammt von einem Grabstein aus dem 16. Jahrhundert, der in der Südwand des heute nicht mehr existierenden Hamburger Mariendoms platziert war. Der Mariendom war eine sehr große Kirche im gotischen Stil, dessen Bau im Jahre 1245 begann. Er war Bischofssitz und um den Dom herum fanden Märkte statt, auf denen sicherlich auch Spielleute die Marktgänger unterhielten. Nicht unwahrscheinlich, dass dort auch immer mal ein Dudelsack zu hören war. 1805 wurde der Mariendom abgerissen und die Händler und Schausteller verteilten sich auf andere Hamburger Märkte, bis ihnen später dann das Heiligengeistfeld zugeteilt wurde, wo das dortige Volksfest immer noch als "Dom" bezeichnet wird.

Aber wie kam nun der Esel auf die Grabplatte?
Es gibt dazu folgende Geschichte: Es soll der Grabstein der Eheleute van dem Holte sein, die einstmals zu den reichsten Hamburger Bürgern zählten. Als ein armer Verwandter sie um Unterstützung bat, wiesen die van dem Holtes ihn schnöde ab und ignorierte seine Warnung, dass das Glück im Leben oft nicht von Dauer sei.
Sie antworteten ihm mit den Worten „Eher kann der Esel auf dem Dudelsackpfeifen als wir arm werden!“
Dummerweise wendete sich ihr Schicksal, es kamen harte Zeiten und sie verloren all ihren Besitz. In der Legende heißt es weiter, dass sie schließlich einem Possenreißer begegneten, der einen tanzenden, Dudelsack spielenden Esel mit sich führte: Da dachte sie an ihre vermessenen Worte aus der Zeit ihres Reichtums zurück und erschrak zutiefst.
Bald darauf starb sie und ihre Familie ließ den besagten Grabstein anfertigen – als Warnung an alle, die im Glück schwelgen.

(Die obige Abbildung ist unter der Creative-Commons-Lizenz lizensiert und von uns nachbearbeitet. Urheber: Brunswyk.
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